Eine Fehlbesetzung in einem technischen Team ist teurer als in den meisten anderen Bereichen. Das liegt nicht daran, dass IT-Gehälter hoch sind – obwohl das auch eine Rolle spielt – sondern daran, wie unsichtbar die Folgekosten oft sind, bis es zu spät ist.
Die direkten Kosten: was sofort sichtbar wird
Wenn eine Einstellung scheitert, sind die offensichtlichsten Kosten die Wiederholungskosten des Prozesses: erneute Stellenanzeigen, erneute Interview-Runden, erneute Einarbeitungszeit. Dazu kommen die Kosten der Probezeit selbst – Gehalt, Equipment, Onboarding-Aufwand, Sozialleistungen.
Aber das ist nur die sichtbare Oberfläche.
Die versteckten Kosten: was sich schleichend aufbaut
Technische Schulden. Jemand, der nicht kompetent genug für die Rolle ist, trifft schlechtere technische Entscheidungen. Das fällt nicht sofort auf – es fällt in sechs Monaten auf, wenn das System schwer zu erweitern ist, unerklärliche Fehler auftreten oder ein anderer Entwickler stundenlang versteht, was gebaut wurde. Das Bereinigen solcher Schulden kostet oft ein Vielfaches der ursprünglichen Entwicklungszeit.
Teambelastung. Wenn ein Teammitglied nicht liefert, kompensieren die anderen. Das geschieht meist stillschweigend und führt langfristig zu Burnout, Unzufriedenheit und – im schlimmsten Fall – zu Eigenkündigungen von Leistungsträgerinnen und Leistungsträgern.
Verzögerungen im Projekt. Milestones, die nicht erreicht werden. Releases, die sich verzögern. Kunden, die warten. Marktfenster, die sich schließen. In vielen Branchen ist die Zeit-zu-Markt entscheidend – und jede Verzögerung durch Kompetenzlücken wirkt sich direkt auf den Unternehmenserfolg aus.
Reputationsschäden im Team. Fehlbesetzungen senden ein Signal an das bestehende Team: Hier wird nicht sorgfältig ausgewählt. Das untergräbt das Vertrauen in die Führung und kann die Qualitätskultur langfristig beschädigen.
Was eine externe Fachprüfung kostet – und warum das klein ist
Im Vergleich zu den Folgekosten einer Fehlbesetzung ist eine externe technische Begutachtung eines Kandidaten eine sehr überschaubare Investition. Sie zahlen für ein strukturiertes fachliches Gespräch oder die Bewertung einer Aufgabe durch jemanden, der in dem relevanten technischen Bereich erfahren ist – und ein unabhängiges Urteil abgibt.
Das Ergebnis ist keine Garantie, aber eine deutlich verlässlichere Grundlage für Ihre Entscheidung, als wenn die technische Einschätzung fehlt.
Wann diese Prüfung besonders sinnvoll ist
- Wenn Sie keine technische Führungskraft im Haus haben, die Kandidaten bewerten kann
- Wenn die Stelle eng an kritische Systeme oder Produkte gebunden ist
- Wenn Sie in einer Phase sind, in der jede falsche Einstellung das Team erheblich verlangsamt
- Wenn Sie das Team mit der ersten Einstellung in einem Bereich aufbauen und keinen Vergleichsmaßstab haben
Fazit
Die Frage ist nicht ob Sie sich eine Fachprüfung leisten können. Die Frage ist, ob Sie sich eine Fehlbesetzung leisten können. Die Antwort auf die zweite Frage bestimmt, ob die erste überhaupt noch eine Frage ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sichtbare Kosten: Prozesswiederholung, Gehalt in der Probezeit
- Unsichtbare Kosten: technische Schulden, Teambelastung, Projektverzögerungen
- Externe Fachprüfung ist im Verhältnis eine kleine Investition
- Besonders sinnvoll ohne internes technisches Know-how oder bei geschäftskritischen Rollen